Archiv für die Kategorie 'Gelesen'

Das Kaiser’s Tengelmann-Tabu

Christian | Dienstag, den 24. Februar 2009 um 16:39 Uhr

Aldi ist schlau und hält sich geschickt im Hintergrund, Lidl ist da schon etwas blöder und lässt sich erwischen, aber was nun von einem anderen Unternehmen ins Blickfeld rückt, ist für mich noch erschreckender.

Wegen zweier “unterschlagener” Pfandbons im Wert von insgesamt 1,30 € wird eine 31 Jahre lang dort arbeitenden Kassiererin von Ihrem Arbeitgeber Kaiser’s Tengelmann fristlos entlassen. - Artikel siehe hier. - Was für ein verantwortungsloses Unternehmen! Und was für eine furchtbare Gesetzgebung, die diese Entlassung zulässt.

Eins ist sicher: Tengelmann-Filialen sehen mich nie wieder von innen! - Was das Einkaufen angesichts so vieler weiterer unbegehbarer Supermarktketten langsam wirklich schwierig macht…

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Päpstliche Gnade für John Lennon

Christian | Dienstag, den 25. November 2008 um 03:51 Uhr

Na, wer hat denn hier nachgeholfen, damit des armen John’s Seele wieder aus dem Fegefeuer springt??? - Wie auch immer: Bene Mene Mu zum Sechszehnten hat dem Herrgott jetzt auch ein wenig “Imagine” gegönnt. Und wer wissen möchte, wie es ansonsten um die Beatlemania im Vatikan steht, der/die kann das ja mal bei der Tagesschau nachlesen.

Tipp: Wer es gerne hören möchte: Auf der rechten Seite gibt es den gesprochenen Radio-Beitrag von Stefan Troendle dazu. :)

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Viel gelesen, nichts behalten?

Christian | Mittwoch, den 11. Juni 2008 um 07:19 Uhr

Warum passiert es mir so oft bei Texten, dass ich manche Seiten lese, ohne irgendetwas davon mitzunehmen, weil ich beim Lesen über etwas anderes nachgedacht habe?

Nun, seit einiger Zeit ärgere ich mich über dieses Problem. (Gerade ist es wieder aufgetaucht, weil ich einige Seiten über Paul Ricoeur gelesen hatte und nachher praktisch keine Erinnerung an den Inhalt zurückblieben.) Denn ich verschwende Zeit damit, über Seiten zu schweifen und - gefühlt - nichts aufzunehmen. Zudem ist es frustrierend zu denken, ich könne mich nicht richtig konzentrieren.

Zwei Lösungen sind mir zu-gefallen (oder auf-getaucht), die mich weitergebracht haben:

1.) Tony Buzan hat 1971 ein Buch mit dem Titel “Speed Reading” geschrieben, wo es also um Schnell-Lese Technik geht. Schnell wird jemand durch zwei Aspekte:

a) Durch die Beschleunigung der Augen beim Lesen.
b) Durch das Vermindern von Störfaktoren - oder positiv gesagt: Durch Fokussierung und Effizienz.

Fokussierung und Effizienz ist das Stichwort, das sich bei Birkenbihl in dem Wort “Interesse” wiederfindet. Interesse bezeichnet sie als den wichtigsten Faktor für erfolgreiches Lernen überhaupt. Der Gedanke ist der:

Interessiere ich mich für ein Thema/einen Text/einen “Gegenstand”, dann nehme ich “von selbst”, ohne bewusst vollzogenes Nachdenken, die Gedanken in mich auf (vgl. Kinder, die alle Dinosaurierarten, Fußballspieler oder Promis im Kopf haben…). Sofern dieses Interesse nicht von sich aus gegeben ist, fällt Lernen bzw. Lesen und verstehen schwer, ich schweife ab, weil ich nicht die Gebanntheit habe, die ich hätte, würde ich z. B. einE BrasilianerIn von seinen/ihren LieblingsmusikerInnen schwärmen hören.

Interesse, Gebanntsein, Fokussierung lässt sich aber erzeugen. Ich schaffe mir mein Interesse für den Text. Und der wichtigste Schlüssel hierzu sind:

FRAGEN

Trivial? Ganz genau, aber effektiv. Und: Ich hatte einige Schwierigkeiten, wirklich relevante Fragen zu stellen, die mich bei der Sache hielten. Denn: Wo habe ich denn gelernt, geschickt, “intelligent”, interessiert nach etwas zu fragen?

Gelang es mir aber, eine Frage über einen Text zu stellen (am besten einen kurzen “Happen” von 10-20 Seiten), die ich aus echtem INTERESSE gestellt hatte, dann wirkt diese Frage wie eine geistige Linse, die die vielen anderen Gedanken in meinem Kopf aus-blendet und mit präziser Brennschärfe den Text entlanggeht, von der Wiss-be-GIER-de meines Kopfes gesteuert, die Antwort(en) aus dem Gelesenen herauszusaugen.

Soviel zu Punkt 1.

2.) Delegieren

Es gibt Momente, in denen mich Stimmungen, intensive Erlebnisse, bevorstehende Aufgaben oder andere große Gedanken beschäftigen, die sehr träge und stur sind, wenn es darum geht, sie aus meinem Blickfeld zu schieben, damit sie mir nicht die gedankliche Sicht auf den Text verstellen. Solchen Gedanken notiere ich, sobald sie auftauchen, auf einen seperaten Zettel, mit dem ich mich befassen kann, nachdem ich die Hauptaufgabe erledigt habe. - Sie werden sozusagen “gehätschelt”, ich gestehe den Gedanken zu: “Ja, du bist wichtig, schau her, ich schreibe dich hier auf den Zettel und du kommst zu deinem Recht.” Indem ich dem Gedanken so entgegenkomme, ist er auch bereit, sich für die Zeit meines Lebens wieder in das unbewusste Denken zurückzuziehen. Mit etwas Glück hat sich der Gedanken durch dieses Delegieren an das Unbewusste schon gelöst und ich konnte mich inzwischen problemlos meinem Text widmen.

Ich gebe übrigens zu: Es ist eine Sache des regelmäßigen Übens, und wie mir Ricoeur gezeigt hat, bin auch ich wieder schnell in meinen vorigen Gewohnheiten. - Ich merke aber auch: Je bewusster ich mir die Zeit nehme, um mit fragendem Herantasten und dem Erzeugen von Interesse beginne, desto mehr Zeit “spare” ich später.
Das alles dauert manchmal nur ein paar Sekunden, manchmal auch mehrere Minuten, erspart mir aber die vielen Minuten, die ich brauchen würde, um die “verlorenen” Seiten noch einmal zu lesen.

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Wie vertrauenswürdig sind “Gehirn-Ratgeber”?

Christian | Dienstag, den 10. Juni 2008 um 19:30 Uhr

“Kaufe mein Buch und ich verrate dir, wie dein Gehirn funktioniert.” - Vermutlich ist es dieser Satz, den Nicole Becker in ihrem FAZ Artikel “Reißt die Zeitfenster zum Lernen auf!” kritisiert. - Und das zu Recht. Denn “Gehirn-Ratgeber” füllen ganze Regalwände in Bahnhofsbuchhandlungen und verlangen für bisweilen nicht einmal 100 Seiten Anleitung zum Super-Denken unglaubliche Summen. Aber: Teuer ist doch gut, oder? Und schließlich geht es um mein Gehirn, das ich ordentlich bedienen muss.

Die Ausbeute ist jedoch nach Becker recht fade. Denn viele selbsternannte Lernapostel betreiben gerne Panikmache, um ihre Bücher unter’s Volk zu bringen. - Wenn ich meinen Kindern nicht zur richtigen Zeit dies und jenes beibringen konnte, wird seine Entwicklung bedeutend beeinträchtigt sein. - Was natürlich Quatsch ist, richtig, Frau Becker. Und ich denke auch, ohne ein tiefgehendes fachliches Urteil fällen zu können, dass es erschreckend ist, wie viel Umsatz mit Scharlatanerie im Bereich Didaktik und Lernmethodik gemacht wird.

Nur für eine ernstzunehmende Wissenschaftlerin vermisse ich doch, selbst in einem Kommentar in der FAZ, die nötige Differenziertheit. - Und im Schluss gleitet Becker gar ins Absurde, wenn sie gegen Birkenbihl polemisiert “Gehirngerecht bedeutet hier vor allem, dass etwas Spaß bereiten muss.” frage ich mich haareraufend: “Ja, was denn sonst?!”

Zudem ist es ungemein verkürzt und wissenschaftlich unredlich, Birkenbihl und andere auf bloße AuslegerInnen der Hirnforschung zu reduzieren. - Literaturverzeichnisse gelesener AutorInnen sind in solchen Fällen eine große Hilfe, habe ich zumindest in meinen Proseminaren gelernt. - Besonders wenn die Zeit schon nicht zum Lesen, geschweige denn zum Erproben reicht, wäre doch dies ein Mindestes. Verzeihung, Frau Becker, aber sie haben Ihre Hausaufgaben nicht sauber gemacht. - Und das meine ich durchaus wörtlich. Denn es ist mir bisher noch kein Mensch begegnet, der sich auf Birkenbihlsches Lernen eingelassen hätte und nicht eine deutliche Erleichterung in seinem oder ihrem Lernen festgestellt hätte!

Aber erziehungswissenschaftliche Methodenanalyse empirisch zu betreiben, das scheint für Frau Becker nun doch zu nah am eigentlichen Gegenstand ihres Faches zu liegen.

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Schluss mit grünem Punkt?

Christian | Freitag, den 30. November 2007 um 09:26 Uhr

Nur eine kleine Bemerkung, auch wenn der Anlass schon etwas her ist und ich es nicht schaffe über alles in Deutschland auf dem Laufenden zu bleiben:

Glos gegen Grünen Punkt (taz.de)

Haut den Grünen Punkt in die Tonne (faz.de)

Es ist schon spannend, wie ein kleiner Buchstabe am Anfang einer Domain so große Meinungs-Unterschiede symbolisieren kann.

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