Archiv für die Kategorie 'Brasilien'

Christian in Belém erreichen

Christian | Freitag, den 21. Dezember 2007 um 21:43 Uhr

Für diejenigen, die mich schnell hier in Belém erreichen wollen: Ich habe eine neue Handynummer, über die ihr mich spontan anrufen könnt. Die Nummer und die Adresse aus Belém findet ihr im Brasilien-Bereich.

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Warum ich in Brasilien Vegetarier wurde

Christian | Donnerstag, den 06. Dezember 2007 um 09:29 Uhr

Die Herausforderung

Sieben oder acht Wochen sind es jetzt schon. - In einer Region mit dem höchsten Fleischkonsum weltweit. Ich könnte auch sagen: Die Kultur in Rio Grande do Sul definiert sich über Matetee (Chimarrão), Männlichkeit, Nationalstolz und … Churrasco (das filigrane Grillen üppiger Fleischberge, die einem in Restaurants mit rustikalem Ambiente von Kellnern in weiten Hosen und mit breiten Hüten an langen Spießen am Tisch angeschnitten werden). - Für die Möglichkeit, ohne ein einziges Stück Tier am Tag über die Runden zu kommen hat die Evolution im Süden Brasiliens sozusagen keine Reserve an Gehirnzellen vorgesehen.

Die Situation

Das bringt meine prekäre Situation in den vergangenen Wochen vielleicht in ein verständlicheres Licht. Denn seit eineinhalb Monaten bin ich Vegetarier. Und mein Kulturschock spielt sich noch einmal auf eine ganz neue Art und Weise ab.

Die Fragen

So viel als Einleitung (vielleicht schreibe ich im Bereich Brasilien noch einmal etwas mehr darüber). Das Interessante am Vegetarier-Sein ist eigentlich nicht die Frage, wie ich mich eigentlich ohne Fleisch ernähren soll, sondern wie die Menschen auf einen reagieren. - Und dass sie Fragen stellen. Und weil ich vor Kurzem einmal ganz direkt nach den Gründen gefragt wurde, warum ich denn Vegetarier geworden bin, dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, diese Gründe ausführlich im Blog zu sammeln. Denn mal los:

Was geschieht?

Zuerst gebe ich eine kurze Übersicht über meine Gründe. Danach kommen einige Links zum Thema, um sich weiter zu informieren. Und zum Schluss schreibe ich noch einige ausführliche Gedanken, die mich bei diesem Thema gerade besonders beschäftigen.

Die Gründe

Meine Gründe dafür wurden mit der Zeit immer mehr. Aber sie fußen auf zwei großen Bereichen. Ich nenne sie einmal den unmittelbaren oder sichtbaren Bereich und den mittelbaren oder “unsichtbaren”Bereich.

Die Gründe aus dem unmittelbaren Bereich sind schnell genannt.

  1. Die Haltung der Tiere in konventioneller Landwirtschaft ist unwürdig.
  2. Die menschliche Ernährung ist nicht auf Fleisch angewiesen.
  3. In größeren Mengen ist Fleisch sogar ungeeignet für eine ausgewogene Ernährung.
  4. Die Verarbeitung von Fleisch ist ein heikler Prozess mit vielen qualitativen Schwachstellen.
  5. Tiere aus konventioneller Haltung werden mit großen Mengen an Medikamenten und Anabolika behandelt.
  6. Anderes Leben für den eigenen Nutzen zu beenden ist sündiges Handeln.
  7. Es gibt unendlich viele schmackhafte Alternativen zu Fleisch! (Hier nur ein Link als Beispiel…)

Die Gründe aus dem mittelbaren Bereich sind komplexer, aber ich fasse auch sie kurz zusammen:

  1. Die Ernährung von Nutztieren trägt zur Zerstörung des amazonischen Regenwaldes bei.
  2. Fleischkonsum - konventionell und biologisch - trägt stark zur Erwärmung des Planeten bei.
  3. Fleisch ist aus der Perspektive der Nachhaltigkeit ein ineffizienter Energieträger.
  4. Dadurch, dass ein Teil der Menschheit Fleisch konsumiert, werden vielen anderen Menschen auf der Welt deren Ernährungsmöglichkeiten entzogen.
  5. Der weltweite Fleischkonsum schränkt die Möglichkeiten für die Erzeugung erneuerbarer Energien ungemein ein.

Die Konsequenz?

Rein rational gibt es glaube ich hierunter für jede und jeden einleuchtende Argumente auf Fleisch zu verzichten. Aber ich unterstelle, aus meiner Erfahrung, dass es insgesamt schwer ist, eine so konsequente Entscheidung zu treffen, obwohl ich mit der Idee schon einverstanden bin. Für mich kam der letzten Anstoß dadurch, dass ich mir ganz deutlich bewusst gemacht und innerlich vorgestellt habe, was alles damit zusammenhängt, dass ich Fleisch esse.

Das erste Nachdenken

Und meine Anregung ist, bevor ihr euch die folgenden Links anseht, den Computer kurz auf Stand-By zu stellen, und sich ein, zwei Minuten zu überlegen, welche Zusammenhänge euch selbst bewusst sind. - Welche Konsequenzen hat der weltweite Fleischkonsum für euch? Und was ist die Situation der zu verarbeitenden Tiere?

Ich unterstelle auch hier, dass allen eigene Gründe einfallen.

Hier nun zu einigen Gründen, Argumenten und Kritiken aus anderen Quellen:

Die Links

15 Fragen zum Thema Fleisch

PETA2 - 10 Gründe Vegetarier zu werden (Video-Clip)

Ein ausführlicher und kritischer Artikel in der Wikipedia über Vegetarismus

Der “Einsteigerbereich” des Vegetarier-Bundes Deutschland e. V.

Eine Liste von erläuterten Gründen

Meine eigenen Gedanken

Gesundheit

Dieser Bereich lässt sich verhältnismäßig schnell erklären: Ausgehend zum Beispiel von der Ernährungspyramide ist es alles andere als gesund, sich ausgiebig von tierischen Produkten zu ernähren. Tierische Fette (ausgenommen die von Geflügel und Fisch) beispielsweise sind eher gesundheitsschädlich. Hinzu kommt, dass Tiere aus konventioneller Haltung mit Medikamenten (Antibiotika, Anabolika) “behandelt” werden, die natürlich im “Produkt” verbleiben. - Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist also keineswegs auf Fleisch angewiesen. Soweit sie abwechslungsreich und vor allem bewusst ist, ist Fleisch dann nicht nur überflüssig, sondern eher hinderlich oder sogar schädlich.

Ökologie

Jetzt könnte man gegen diesen Einwand zum Beispiel auch sagen: Gut, aber es gibt auch Fleisch aus ökologischem Anbau, das weitgehend frei von Medikamenten und Rückständen von Sonderfutter ist, weil der größte Teil davon nach EU- oder Verbandsrichtlinien der Biolandwirte verboten sind. Einerseits bleibt dann immer noch der Aspekt, dass Fleisch dennoch für die Ernährung nicht die beste Wahl ist. Und andererseits habe ich mich darüber hinaus gefragt: Selbst wenn es Biofleisch ist: Kann Fleisch überhaupt ökologisch sein?

Dazu ein paar Hintergrundgedanken. Mehr oder weniger kann man sagen, dass alles in allem für eine Mahlzeit mit großem Fleischanteil so viel Energie und Nahrungsmittel verbraucht wurden, dass es für zehn fleischlose Mahlzeiten auf Getreidebasis gereicht hätte.

Daraus kann nun nicht unmittelbar die Rechnung gemacht werden, dass, wenn wir nur nicht so viel Fleisch äßen, allen anderen Menschen auf der Welt genug zu essen hätten. Dafür sind auch politische Gründe verantwortlich. Aber mit einem Blick auf das Ganze des Systems weltweiten Fleischessens denke ich schon. Denn:

Ein großer Teil der Futtermittel konventionell gehaltener Tiere ist (genmanipulierte) Soja. Da das Klima in den meisten Teilen Europas nicht - oder ich sage lieber “noch nicht” - geeignet ist, um Soja anzubauen, muss diese importiert werden. Hauptproduzenten von Soja sind dabei die USA und BRASILIEN.

Und genauer gesagt ist es nicht Brasilien als ganzes, sondern vor allem der Norden, das Gebiet des Amazonas. Dort werden große Flächen an Wald gerodet, um Monokulturen von Soja anzubauen. Weil Soja dabei einerseits so viel Wasser benötigt und andererseits dem Boden so viele Nährstoffe entzieht, dass praktisch keine fruchtbare Erde - die im Amazonasgebiet ohnehin sehr spärlich ist - mehr übrig bleibt, gibt es ein mehrfaches Desaster: Zerstörung des Regenwalds und Förderung der Klimaveränderung, Aufbrauchen wichtiger Ressourcen für eine mögliche Wiederaufforstung und massiver Wasserverbrauch.

Ich habe schon vor einiger Zeit hier (antispe.org) einen sehr guten Beitrag zum Thema Soja gelesen.

Weil nun so derart viel Fleisch in Europa und anderen “Industrieländern” gegessen wird (auch in Brasilien selbst…), sind dafür Unmengen an Futtermittel nötig. Beispiel Brasilien: In Brasilien werden 70% der gesamten Getreideproduktion für die Ernährung von zu essenden Tieren verwendet!

Gerechtigkeit

Dahinter stehen Anbauflächen, die anderen Menschen, die naturfreundlicher wirtschaften, als Nahrungsgrundlage gedient hätten. Diese werden durch den Anbau von Soja und anderen Futtermitteln unbrauchbar gemacht. Durch die Erwärmung des Planeten mangels Amazonasregenwald und anderer bewaldeter Flächen weltweit wachsen die vertrockneten Landschaften auf der ganzen Welt und weitere Menschen verlieren die Möglichkeit, sich durch Landwirtschaft selbst zu versorgen.

Hier ein aufschlussreicher Artikel zum Thema.

Es sind also einerseits die Tiere und die Natur insgesamt, die unter dem großen Druck der Fleischproduktion leiden. Andererseits werden viele Menschen durch Großgrundbesitzer, die Soja anbauen, unterdrückt, ausgebeutet und wiederum andere leiden darunter, dass sie sich nicht mehr von der eigenen Landwirtschaft ernähren können. Damit werden auch sie wiederum abhängig von größeren Betrieben, Institutionen, die sie weiter ausbeuten.

Dieses System der Ignoranz und Ausbeutung ist dabei natürlich nicht nur auf die Folgen des Fleischessens begrenzt. Denn auch Sojamilch oder Tofu kommen ja vor allem aus Brasilien und anderen Ländern, die ich gerade beschrieben habe.

Es geht mir also nicht nur darum, einfach kein Fleisch zu essen. Noch wichtiger ist für mich, mir bewusst zu machen, in welchen meinen Bereichen meines Lebens ich in Zusammenhängen stehe, die schlecht und ungerecht sind. Theologisch gesprochen versuche ich also die Sünde in meinem Handeln zu entdecken und das Böse zu vermeiden.

Und ich suche nach einem Weg, Nächstenliebe zu leben. Und Nächstenliebe lebt sich nicht nur durch den unmittelbaren Umgang mit den Menschen, die ich direkt sehen kann. Denn durch den Heiligen Geist ist mir jede und jeder mein Nächster. - In der Epoche der Globalisierung und weltweiten Vernetzung können wir wohl diesen Umstand noch viel tiefer verstehen als die Generationen vor uns. - Diese Vernetzung fordert uns aber auch zu einem weiteren, eben vernetzten Denken heraus, in dem weltweite Zusammenhänge auch für mein persönliches Leben relevant und wichtig werden muss.

Anregungen

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Sexuelle Minderheiten in der Bibel

Christian | Freitag, den 30. November 2007 um 10:58 Uhr

Die Bibel ist ein Buch, das gleichermaßen idealisierend wie plural ist. Das Ideal zeigt sich in den schillernden Königsgestalten David, Salomo und Josia. Sie sind die Vorbilder des israelitischen Königs, wie er hätte sein sollen. Und trotz dieses - wohl eher konstruierten - Ideals scheint manchmal in den Texten des Alten und des Neuen Testaments die eigentliche Pluralität dieser alten Welt durch. (Und sie ist unserer darin gar nicht so unähnlich!)

Das wird zum Beispiel dann bemerkbar, wenn das Königtum im alten Israel vor 2500 bis 3000 Jahren und dessen hofeigene Religion, die oft nicht sehr viel mit der der restlichen Bevölkerung gemein hatte, von den Prophetinnen und Propheten im Alten Testament aufs schärfste angegriffen und als gottloser Abfall von JHWH verurteilt wird. Manchmal geschieht dies im ersten Atemzug, manchmal ein paar Kapitel oder sogar Bücher später. Ausnehmen kann sich von dieser Kritik aber kein König und keine Königin im alten Israel.

Genauso zeigt es sich in den verschiedenen Jesusgestalten der Evangelien, dass jede Darstellung von Jesus für sich und in sich ihre eigene, partikulare Idealisierung erfahren.
Das war der gedankliche Startpunkt für Dr. Tom Hencks, ehemaliger Professor am Seminario Bíblico Latinoamericano in Buenos Aires und Dr. André Musskopf, Dozent für Systematische Theologie an der EST hier in São Leopoldo, die im Rahmen der “semana académica” (akademischen Woche) einen gemeinsamen Vortrag über sexuelle Minderheiten in Bibel und Kirche hielten.

  1. Eine sehr informative Seite (auf Spanisch und Englisch) zur Arbeit von Tom Hencks ist die der Fundación Otras Ovejas de Argentina. Hier finden sich viele Artikel zum Thema, sowie ein kostenloser Kommentar zum Alten und Neuen Testament aus Sicht der Gender-/Queer-Forschung.
  2. Die internationale Seite hierzu ist übrigens othersheep.org
  3. Außerdem sehr interessant ist der von Hencks vorgestellte “Queer Bible Commentary”. Hier gibt es ausführliche Informationen (Englisch) vom Verlag.

Dadurch, dass wir als Menschen - so die These von Hencks und Musskopf - regelmäßig Idealbilder, Stereotypen und damit normative Personen- und Rollenvorstellungen formen, finden sich auch in der Bibel solche idealen Vorstellungen davon, wie eine Person zu sein hat. Und wir gehen latent, unbemerkt davon aus, dass unsere eigenen Ideale, die wir von unserer Gesellschaft und Kultur übernommen haben, sich in der Bibel wiederspiegeln. Weil wir unsere Vorstellungen in der Regel auch an der Bibel bestätigen können, verstärkt sich damit unsere eigene - moralische - Überzeugng entsprechend.

Die beiden Forscher kritisierten aber eine solche Leseweise der Bibel. So werde von vielen BrasilianerInnen beispielsweise oft ein kultureigenes Idealbild des Menschen wieder gefunden. Dieser Mensch ist (durchschnittlich) männlich, weiß, heterosexuell, gut verdienend, mit einer einzigen Frau verheiratet und hat 2,4 Kinder. Dieser Idealtyp wird in der Regel dann auch als von den biblischen Texten getragen (und gefordert) wahrgenommen. Hieraus folge, dass jemand, der oder die nicht diesem Bild entspricht, als Angehörige/r einer Minderheit angesehen werde. Und dies schließt ihn oder sie in vielen Fällen vom Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Institutionen (Heirat, Kirchenzugehörigkeit, Arbeitsstelle u. a.) aus. Im schlimmeren Fall werde er oder sie durch diese Stellung am “Rande der Gesellschaft” zum Opfer verbaler, psychischer und bisweilen auch physischer Gewalt.

Hierbei kämen allerdings zwei Aspekte zu wenig in den Blick:

  1. Die sogenannten “Minderheiten” tragen zur Bildung des normierenden Durschnittswertes bei, welcher dann Ausgangspunkt für das allgemeinhin akzeptierte gesellschaftliche Ideal werde.
  2. Die Bibel, welche als Legitimationsgrundlage für dieses Ideal behauptet wird, sei selbst ein Dokument, an dessen Entstehung verschiedenste Minderheiten und u. a. Menschen bestimmter “sexueller Vorlieben” direkt wie indirekt beteiligt waren.

So fänden sich in der Bibel insgesamt 35 “sexuelle Minderheiten”, von denen viele von biblisch zentralen Personen wie Abraham (Polygamie), Maria (geschwängerte Jungfrau) oder Jesus (Asket und Sohn zweier Väter) vertreten werden. Henck und Musskopf nehmen diese Beobachtung als Ausweis dafür, dass die Bibel nicht als Begründungsgrundlage gegen sexuelle Pluralität und individuelle Sexuelle Freizügigkeit stehen könne. Vielmehr sei in ihrem Verständnis die Bibel selbst ein Ort, in dem “sexuelle Minderheiten” eher die “Norm” darstellen, als dass sich dort durchgängig ein verbindliches Idealbild sexueller Ethik entfaltete.

Da ich im letzten Teil des Vortrags (auf Spanisch…) einige Verständnisprobleme hatte, schließe ich meine eigene Schlussfolgerung an:

Ich denke, die Kirchen müssen sich von den idealisierten und ontologisierenden Denkmustern lösen, nach denen eine korrekte und vorbildliche Persönlichkeit nur die sein könne, die einen im Sinne der Bibel (sexualethisch) korrekten Lebenswandel führe. Dabei kann ein Denken hilfreich sein, das sich immer wieder daran erinnert, dass letztlich jeder und jede den Status “einer Minderheit zugehörig” erhalten kann, abhängig von der kulturellen Perspektive - sei es eine brasilianische, deutsche oder römisch-hellenistische wie zu Zeiten Jesu von Nazareth.

Diese Denkweise vom Standpunkt der Minderheiten aus lässt dabei nämlich Heterosexualität als EIN Modell menschlichen Zusammenlebens unter anderen hervortreten. Dieses Modell ist nicht im Gegensatz, sondern im Nebeneinander und Miteinander mit anderen Formen zu denken. Der Angst, in seinem eigenen (xyz-sexuellen) Lebensentwurf hinterfragt und verunsichert zu werden, müssen wir uns aussetzen, wollen wir nicht - wie leider in der christlichen Geschichte oft geschehen - unsere Angst vor dem anderen durch Ausgrenzung und Gewalt kompensieren. Begegnen sollten wir dieser Angst eher durch einen “inter-sexuellen” Austausch und den Versuch, über das gemeinsame Lesen in der Vielfalt der Texte der Bibel neue Sichtweisen für unsere persönliche Lebensgestaltung vor Gott wie auch voreinander zu finden.

Fragen, die sich an diese Gedanken anschließen sind:

  1. Ist es aus der Perspektive von Minderheiten Diskriminierung, dass die Kirchen und Gemeinden nicht durchgängig Eheschließungen zwischen Homosexuellen zulassen?
  2. Trifft das gleiche nicht auch für die Ausschließung von kirchlichen/gemeindlichen Ämtern zu?
  3. Und über den Aspekt der Sexualität hinaus gefragt: Wird in unseren Kirchen und Gemeinden wirklich deutlich, dass der Glaube keinen Unterschied macht zwischen gesellschaftlichen Klassen, Geschlecht und etnischem Hintergrund?
  4. Müssen sich Kirchen und Gemeinden nicht gerade den Ausgeschlossenen in der Gesellschaft zuwenden und uns für deren Rechte einsetzen? - Dabei würden wir Jesus (oder einer der Sichtweisen auf ihn) nachfolgen, der sich auch mit denen eingelassen hat und Gemeinschaft mit denen hatte, denen ansonsten jeder Kontakt mit dem Rest der Gesellschaft unmöglich war.

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Abschied von der EST

Christian | Freitag, den 16. November 2007 um 10:10 Uhr

Hallo zusammen,

eine kurze Info an alle, die mir möglicherweise noch Post zusenden möchten:

In drei Wochen werde ich nicht mehr an der EST wohnen. Die letzten acht Wochen in Brasilien verbringe ich in Belém im Norden des Landes und mache in der lutherischen Gemeinde dort mein zweites landeskirchliches Praktikum. Die Adresse veröffentliche ich, sobald ich sie weiß, im Brasilien-Bereich.

Allerdings wird die Post an mich an der EST gesammelt und ich komme kurz vorher noch einmal zurück, um alle Koffer zu schnappen und von Porto Alegre über São Paulo zurück nach Frankfurt zu fliegen. - Und zwar am 7. Februar 2008, das bedeutet, dass ich am 8. Februar um 10:35 Uhr in Frankfurt ankommen werde.

So viel der Neuigkeiten und viele Grüße aus São Leopoldo!

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Gehacktes

Christian | Dienstag, den 30. Oktober 2007 um 09:44 Uhr

Nach einem Wochenende unter Gauchos im Zentrum von Rio Grande do Sul, wo wir als Vegetarier wirklich einen schweren Stand hatten, bin ich echt dankbar für dieses Video, das mir endlich verständlich gemacht hat, wieso ich immer so unlogisch gedacht habe - da konnte mich ja kein Gaucho verstehen - “Gehacktes” von Volker Struebing:

Es lohnt sich übrigens, bei YouTube die verlinkten Videos anzuschauen

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