Leben in der Seifenblase

Freitag, den 30. November 2007 um 10:59 Uhr

Es beginnt an einem Grenzkontrollposten zwischen Gazastreifen und israelischem Staatsgebiet, wo sich zwischen diskriminierender Schikane und ideologisierten, verzweifelten Hassäußerungen ein ungewöhnliches Liebespaar findet:

Noam ist Israeli, arbeitet in einem Plattenladen in Tel-Aviv und lebt mit seiner Alternativen WG zwischen Rolling Stones und pazifistischen Rave-Partys. Während seiner Zeit bei der Armee begegnet ihm die Absurdität und Unmenschlichkeit militärischer Kontrolle, die ganz im Gegensatz zu seinem eigentlichen Lebensgefühl steht.

Ashraf ist Palästinenser. Seine Schwester soll bald verheiratet werden. Ashraf lebte lange Zeit in Jerusalem, spricht akzentfrei Ivrit und kommt öfter über die Grenze nach Israel, von wo er mit seiner Familie vor langer Zeit flüchten musste.

Zwischen beiden Hauptdarstellern des Filmes “The Bubble” (Eytan Fox) entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die versucht, sich den Konflikten, Tabus und Klischees ihrer Situation zu befreien. Dabei bleibt die Liebe dieser beiden Männer, die beide an ihre kulturelle Herkunft gebunden sind, zerbrechlich. Es ist eine Welt in einer Seifenblase, die immer wieder droht in sich zusammenzufallen. Und im Ringen um die Stabilität dieser ungewöhnlichen Welt liegt der Fluchtpunkt dieses Films.

Ob sie gelingt, darüber solltet ihr euch ein eigenes Urteil bilden. Ich habe diesen Film im O-Ton mit Portugiesischen Untertiteln gesehen und wüsste gerne, was die BrasilianerInnen hier wohl über ihn denken würden. Zur deutschen Fassung habe ich nichts direkt finden können, der Film läuft allerdings schon ein paar Wochen, oder auch schon nicht mehr, wie so oft.

Hier die Beschreibung im Archiv der Berlinale

Und hier einer der Trailer zum Film:

Veröffentlicht in: Gesehen, Politik

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