Anonymität im Internet, Terrorbekämpfung und die Kirche
Freitag, den 30. November 2007 um 12:47 Uhr
(Der Beitrag entstand schon etwas früher, ich bin allerdings erst jetzt dazu gekommen, ihn zu veröffentlichen. Das Gesetz ist mittlerweile am 9.11.2007 in Kraft getreten.)
Manchmal passiert es ja, dass man vom Unwichtigen zum Abwegigen und dann zum Wesentlichen kommt.
Es fing damit an, dass ich nach einem anstrengenden Seminar etwas Zerstreuung in der Frage suchte, ob Gravatar oder nicht, die ich nach der Lektüre des Beitrags von Jörg-Olaf Schäfer auf Medienrauschen.de ersteinmal negativ beantwortet habe.
Vom Hölzchen ging es über den Ex-Blog YAMB.BETA² zum Stöckchen, das mir da in Form unseres Bundesinnenministers zugeworfen wurde
So kam ich zur Protestseite gegen Vorratsdatenspeicherung.
Die Seite ist so ausführlich, dass sich jede/r selbst einen guten Überblick verschaffen kann.
Meine Frage dazu war besonders: Was bedeutet das für Kirchen und Gemeinden? Besonders Seelsorgerinnen und Seelsorger sind von einem solchen Gesetz besonders betroffen. Intimste Gespräche am Telefon können mitgezeichnet werden und stehen weiterhin zur “Auswertung” zur Verfügung. Die kirchliche Schweigepflicht, eine der wichtigsten Einrichtungen, die es überhaupt in der Kirche gibt, wird hierdurch ausgehöhlt. Ein Beitrag der Telefonseelsorge auf der Seite des Evangelischen Pressedienstes hierzu:
Telefonseelsorge kritisiert Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
Und eine weitere Frage: Gibt es keine sinnvolleren Möglichkeiten der “Prävention” gegen Kriminalität und Terrorismus? Mehr Geld in Sozialarbeit und Entwicklungszusammenarbeit zu investieren könnte auf kurze wie lange Sicht ein effektiverer Schutz vor Gewalt und Terror sein. Auf die so eingeschlagene Weise wird gerade die freie und demokratische Gesellschaft zerstört, die eigentlich damit beschützt werden soll.


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